Vortrag mit Reinhold Messner

27. Januar 2010,
Kaiser-Friedrich-Halle


Schirmherr für den Initiativkreis Mönchengladbach

Lothar Erbers
Vorstandssprecher der Volksbank Mönchengladbach eG
Persönliches Mitglied im Initiativkreis Mönchengladbach

Reinhold Messner, Abenteurer und Extrembergsteiger

In seiner Veranstaltungsreihe "Pioniere der Welt in Mönchengladbach" will der Initiativkreis Mönchengladbach Menschen vorstellen, die besondere wirtschaftliche, geistige oder sportliche Leistungen vollbracht haben und deren Pionierarbeit für andere Vorbildfunktion trägt. Nach dem erster Gastredner Bertrand Piccard, der im März 2009 von seiner Weltumrundung mit dem Ballon erzählte und sein neues Projekt Solar Impulse vorstellte, hielt jetzt der Extrembergsteiger Reinhold Messner vor rund 1.000 Besuchern in der restlos ausverkauften Kaiser-Friedrich-Halle einen Vortrag über sein Leben als Grenzgänger. Für das passende Bergpanorama sorgte die Originaldekoration aus dem Spielfilm "Nanga Parbat", der wenige Tage zuvor in den Kinos angelaufen war.


Messner: "Das Überleben ist das Ziel."

"Reinhold Messner ging von Anfang an weiter als alle anderen", so Schirmherr Lothar Erbers, Vorstandsvorsitzender der Volksbank Mönchengladbach eG. "Er hat Tabus gebrochen und das Extrem gesucht". In seinem zweiteiligen Vortrag nahm Reinhold Messner das Publikum mit in seine Welt. Er erzählte von seiner Jugend in Villnöss bei Brixen/Südtirol und über die Anfänge seiner Leidenschaft fürs Felsklettern: "Es gab weder einen Fußballplatz noch ein Schwimmbad. Wir Buben wollten uns austoben, und so sind wir zum Klettern gegangen." Atemberaubende Fotos faszinierten die Besucher und weckten Verständnis für die Passion der Bergsteiger: "Wir gehen dorthin, wo man umkommen könnte, um nicht umzukommen. Das Überleben ist im Grunde das Ziel. " Wichtig sei vor allem die Exposition, das Ausgesetztsein, die Gefahr.

Nach seiner "vertikalen Zeit" hat Reinhold Messner "das horizontale Abenteuer" gesucht: die Durchquerung Grönlands, der Antarktis, der Arktis. Nicht immer glückte der erste Versuch. "Erfolgreich bin ich nicht geworden, weil ich ein besserer Mensch bin", bekannte der Abenteurer. "Wäre ich nicht so häufig gescheitert und vorsichtshalber zurückgegangen, wäre ich heute nicht mehr da. Ich bin, wenn ich irgendwo gescheitert war, wieder aufgestanden und habe es nochmals und nochmals versucht."

Mit seinem Alter hat der inzwischen 65-Jährige, der sich kulturell wie politisch engagiert und sich seit einigen Jahren intensiv dem Messner Mountain Museum und der Stiftung Messner Mountain Foundation widmet, kein Problem: "Ich gehe immer noch klettern, heute gern als Seilzweiter hinter meinem Sohn. Und mindestens ein Mal im Jahr gehe ich auf Expedition. Was mich trägt und lebensfroh macht, ist das, was ich in den nächsten Jahren umsetzen werde. Die Ziele dürfen nie ausgehen." Vom begeisterten Publikum wurde Reinhold Messner als einer der großen Pioniere unserer Zeit mit stürmischem Beifall gefeiert.

Reinhold Messner, Abenteurer und Extrembergsteiger

Reinhold Messner faszinierte die Besucher mit Naturfotos von seinen Expeditionen

Reinhold Messner und Schirmherr Lothar Erbers