Vortrag mit Prof. Muhammad Yunus

21. November 2011
Kaiser-Friedrich-Halle


Schirmherr für den Initiativkreis Mönchengladbach

Eugen Viehof
Geschäftsführender Gesellschafter der vibrogruppe
Persönliches Mitglied im Initiativkreis Mönchengladbach

Prof. Muhammad Yunus, Friedensnobelpreisträger 2006

Mit dem Friedensnobelpreisträger Muhammad Yunus setzte der Initiativkreis Mönchengladbach seine erfolgreiche und inzwischen deutschlandweit exklusive Veranstaltungsreihe „Nobelpreisträger in Mönchengladbach“ fort. Professor Muhammad Yunus ist der Gründer und Geschäftsführer der Grameen Bank, einem Kreditwesen für die Ärmsten der Armen, das keiner Sicherheiten oder Bürgschaften bedarf. Für sein Mikrofinanzkonzept wurde Muhammad Yunus 2006 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet.


Aufenthalt und Vortrag in Mönchengladbach

Seinen zweitägigen Aufenthalt in Mönchengladbach startete Muhammad Yunus mit einem Besuch eines Klavierabends der jungen Pianistin Alice Sara Ott, die in der ausverkauften Kaiser-Friedrich-Halle vom Publikum mit stehenden Ovationen gefeiert wurde. Das umfangreiche Tagespensum des zweiten Tages begann für Muhammad Yunus in der Gemeinschaftsgrundschule Mülfort-Dohr mit der Teilnahme am „Gesunden Frühstück“, einem der Mönchengladbacher Social Business Projekte. „Das ist ein herzerwärmendes Projekt“, lobte der Nobelpreisträger. „Auf diese Weise lernen die Kinder nicht nur, sich gesund zu ernähren, sondern auch, Entscheidungen zu treffen und sich untereinander auszutauschen.“ Später begeisterte Muhammad Yunus mit seiner lebhaften und unprätentiösen Art auch die Schülerinnen und Schüler des Leistungskurses Geographie am Stiftisch Humanistischen Gymnasium. Sie hatten in einer besonderen Unterrichtsstunde Gelegenheit, mit dem Wirtschaftsprofessor aus Bangladesh, der auf kleine Anfänge setzt, um die Welt zu verändern, über Fragen zum Social Business zu diskutieren.

Bei seinem Besuchstermin in Mönchengladbach nahm Muhammad Yunus am ersten Deutschen Social Business Forum teil. Rund 200 Personen, vom Studenten bis zum Vertreter großer Konzerne, nahmen das Angebot wahr, den „Banker der Armen“ hautnah zu erleben und in themenbezogenen Workshops über Ideen und Möglichkeiten des Social Business auch in Deutschland zu erörtern. Muhammad Yunus stellte zahlreiche Beispiele vor, wie Social Business in der Praxis funktioniert, und berichtete von verschiedensten Projekten weltweit. Aus keiner der Aktivitäten zieht die Grameen Bank einen Gewinn. Die Überschüsse werden stets re-investiert, was einen wesentlichen Vorteil von Social Business gegenüber Spendengeldern und Wohltätigkeit ausmache. „Ein gespendeter Euro wirkt nur einmal“, erklärte Yunus, „ein Social-Business-Euro immer wieder aufs Neue.“ Die von ihm gegründete Grameen-Bank ermöglicht es Frauen in der Dritten Welt, ein eigenes kleines Unternehmen zu gründen, um ihre Familie zu ernähren

Mit der Grameen Bank, erklärte Yunus am Abend beim Vortrag in der ausverkauften Kaiser-Friedrich-Halle unter großem Beifall des Publikums, habe er das pervertierte Banken-System wieder auf die Füße gestellt. „Wir müssen uns darauf besinnen“, sagte er, „dass Kredit im Wortsinn Vertrauen heißt. Wir vertrauen unseren Kunden, und 98 Prozent der Kreditnehmer zahlen die Mikrokredite zurück.“ Im anschließenden Interview mit der NTV-Wirtschaftsexpertin Carola Ferstl vermittelte Muhammad Yunus sein Credo in klaren Worten: „Jeder Mensch hat das Potenzial zum Unternehmer, wenn man ihn nur lässt.“ Armut und Arbeitslosigkeit seien eine Schande für eine zivilisierte Gesellschaft: „Ich will eine Welt, in der wir der Armut ein Museum errichten, weil es sie nicht mehr gibt.“

Muhammad Yunus war der 17. Gast der Veranstaltungsreihe „Nobelpreisträger in Mönchengladbach“, die in den vergangenen Jahren neben Politikern wie Lech Walesa, Frederik Willem de Klerk, Oscar Arias Sánchez, Kofi Annan, Shimon Peres, Michail Gorbatschow, Seine Heiligkeit der XIV. Dalai Lama, Shirin Ebadi auch international renommierte Wissenschaftler wie Prof. Dr. Günter Blobel, Prof. Dr. Peter Grünberg oder Prof. Dr. Harald zur Hausen begrüßt wurden. Für 2012 sind wieder zwei Veranstaltungen in der Reihe geplant, darunter ein Vortrag eines aktuellen Nobelpreisträgers.

Prof. Muhammad Yunus im Interview mit TV-Moderatorin Carola Ferstl

Prof. Muhammad Yunus bei seinem Besuch im Stiftisch Humanistischen Gymnasium

v.l.n.r. Dr. Max Reiners, Oberbürgermeister Norbert Bude,
Staatssekretär Dr. Günther Horzetzky, Schirmherr Eugen Viehof,
N-TV Moderatorin Carola Ferstl und Prof. Muhammad Yunus
bei dem Eintrag ins Goldene Buch der Stadt Mönchengladbach