Vortrag mit Prof. Dr. Harald zur Hausen

17. November 2009,
Kaiser-Friedrich-Halle


Schirmherr für den Initiativkreis Mönchengladbach

Horst Wateler
Vorstandsvorsitzender der Stadtsparkasse Mönchengladbach
Persönliches Mitglied im Initiativkreis Mönchengladbach

Prof. Dr. Harald zur Hausen, Medizinnobelpreisträger 2008

Nachdem der Initiativkreis Mönchengladbach in seiner Veranstaltungsreihe "Nobelpreisträger in Mönchengladbach" in den vergangenen Jahren neben großen Politikern mehrfach auch namhafte Wissenschaftler begrüßt hat, stellte er jetzt den Virologen Prof. Dr. Harald zur Hausen, Medizin-Nobelpreisträger des Jahres 2008, vor. Vor rund gespannten 700 Gästen erläuterte der für seine Krebsforschung weltweit bekannte gewordene Wissenschaftler anhand von Tabellen und Forschungsergebnissen seine Erkenntnisse zum Thema "Infektionen und Krebs" und belegte mit Zahlen seine inzwischen wissenschaftlich anerkannte These, dass Viren, Bakterien und Parasiten auch Jahre nach der Infektion noch Krebs auslösen können. Den Zusammenhang, zu dem er bereits als Student erste Thesen aufgestellt hatte, konnte er in den 1980er Jahren schlüssig nachweisen. Der von ihm entwickelte Impfstoff kann den Gebärmutterhalskrebs, die weltweit zweithäufigste Krebsart bei Frauen, weitgehend zurückdrängen. "Die Erkenntnis, dass Viren mit Krebs zu tun haben, ist langsam gewachsen", erklärte zur Hausen. "Unter anderem spielten auch marktwirtschaftliche Gründe eine Rolle."

Im anschließenden Interview mit Sabine Christiansen plädierte der Virologe eindringlich für eine zunehmende Gesundheitserziehung: "Die Impfmüdigkeit in Deutschland führt dazu, dass manche Krankheiten nicht zurückgedrängt werden können. Die Menschen müssen erkennen, dass Epidemien wie jetzt die Schweinegrippe nur wegen des Widerstands gegen eine Impfung entstehen können. Deshalb empfehle ich das Impfen nachdrücklich." Für seine Zukunft hat der Unruheständler, der sich in seiner Freizeit mit Evolutionsgeschichte und Gartenarbeit befasst, noch viel vor: "Insgesamt gesehen ist die Situation relativ unbefriedigend, weil bei einigen Krebsarten die Heilungsraten extrem schlecht sind. Wir haben noch wahnsinnig viel zu tun." Harald zur Hausen war der 13. Gastredner der Reihe Nobelpreisträger in Mönchengladbach. "Wir sind sehr stolz darauf", so der Sprecher des Initiativkreises Rolf Königs, "dass diese Veranstaltungsserie einen so hohen Stellenwert und Bekanntheitsgrad hat." Die Reihe wird 2010 mit zwei Nobelpreisträgern fortgesetzt. 

Prof. Dr. Harald zur Hausen, Medizinnobelpreisträger 2008

Prof. Dr. Harald zur Hausen im Gespräch mit Moderatorin Sabine Christiansen

Prof. Dr. Harald zur Hausen beim Eintrag in das Goldene Buch der Stadt Mönchengladbach