Pioniere der Welt in Mönchengladbach

Herbst 2018
20 Uhr
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Christo

Den Reichstag in Berlin verhüllte der 1935 in Bulgarien geborene Christo 1995, zehn Jahre später leuchtete der ganze Central Park in safrangelbem Stoff. Immer wieder realisiert der weltbekannte Verhüllungskünstler spektakuläre Installationen, bei denen meist bekannte Bauwerke oder ganze Landschaften für kurze Zeit unter Stoff verschwinden. Unvergesslich war auch sein Werk "Floating Piers" im vergangenen Jahr, das statt der von den Organisatoren erwarteten 500.000 Besucher geschätzte 1,2 Millionen anzog.

220.000 Polyethylenwürfel und 100.000 Quadratmeter Stoff bildeten die drei Kilometer langen "Floating Piers", ein modulares, schwimmendes Docksystem, das zwei Wochen lang die Inseln Monte Isola und San Paolo im Iseosee östlich von Mailand mit dem Ufer verbindet. Das gelbe, schimmernde Polyamidgewebe des Stoffs war in Münster hergestellt und in Lübeck vernäht worden. Die Besucher sollten sich auf den Piers „so fühlen, als ob sie auf dem Wasser gehen – oder vielleicht über einen Walrücken", sagte Christo auf der Webseite des Projekts.

Mit sechs Jahren erhielt Christo seine ersten Zeichen- und Malstunden. Die Künstler, die ihn unterrichteten, bemerkten früh sein künstlerisches Talent. In der Fabrik seines Vaters entdeckte der jugendliche Christo seine Leidenschaft zu großen Stoffbahnen, von denen er Zeichnungen anfertigte.

Christo studierte 1953 bis 1956 an der Akademie der Künste in Sofia. Danach reiste er nach Prag und schließlich nach Wien. Nach einem Semester an der Akademie der bildenden Künste in Wien und einem Aufenthalt in Genf ging Christo im März 1958 nach Paris. Er finanzierte sich durch die Einnahmen, die er mit Portraitzeichnungen erzielte. Daneben begann er in Paris, Gegenstände zu verhüllen: Dosen, Flaschen, Stühle, ein Auto, Gegenstände aus dem Alltag eben. Die Idee dahinter: Jedes auch noch so banale Objekt kann seinen Platz in der Kunst haben. Lange Zeit blieb Christos Verhüllungskunst unbemerkt, erst ab den 1960er Jahren wurde die Welt auf seine Kreationen, die er gemeinsam mit seiner 2009 verstorbenen Frau Jeanne-Claude realisierte, aufmerksam.