Vortrag mit Leymah Roberta Gbowee

16. November 2012,
20.00 Uhr,
Kaiser-Friedrich-Halle


Schirmherr für den Initiativkreis Mönchengladbach

Dr. Albert Otten
Beirat der Famos Immobilien GmbH
Persönliches Mitglied im Initiativkreis Mönchengladbach

Leymah Roberta Gbowee, Friedensnobelpreisträgerin 2011

Am 16. November 2012 war Leymah Roberta Gbowee zu Gast in Mönchengladbach und hielt einen Vortrag über ihren Einsatz für den Frieden.

Mit Leymah Roberta Gbowee, Ellen Johnson-Sirleaf und Tawakkul Karman haben im Jahr 2011 erstmals drei Frauen den Friedensnobelpreis vom Nobelkomitee in Oslo überreicht bekommen. Das Nobelpreis-Komitee würdigt mit der Auszeichnung “ihren gewaltfreien Kampf für die Sicherheit von Frauen” und den Einsatz für Frauenrechte und hofft, mit der Auszeichnung an Sirleaf, Gbowee und Karman dazu beizutragen, dass die Unterdrückung von Frauen, die in vielen Ländern Normalität ist, irgendwann ein Ende hat. “Wir können keine Demokratie und anhaltenden Frieden auf der Welt erreichen, wenn Frauen nicht die gleichen Chancen wie Männer haben, Entwicklungen auf allen gesellschaftlichen Ebenen zu beeinflussen“, erklärte das Komitee in Oslo. Erst 15 Frauen wurden seit Beginn der Preisvergabe im Jahr 1901 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet.


zur Person

Gbowee verbrachte ihre Kindheit im Landesinneren und kehrte als 17-jährige Jugendliche in die Hauptstadt zurück, als der erste liberianische Bürgerkrieg das Land erschütterte. Leymah Gbowee arbeitete zuerst als Streetworkerin, um den traumatisierten Kindern und Jugendlichen zu helfen. Schließlich arbeitete sie als Beraterin und Sachbearbeiterin des Gesundheitsministeriums in einer Einrichtung für Bürgerkriegsflüchtlinge. Zwischen Dezember 2001 und Dezember 2005 wurde Leymah Gbowee Programm-Koordinatorin bei „Women in Peacebuilding“ (WANEP). Im Jahr 2002 organisierte sie die Gründung der Bewegung Women of Liberia Mass Action for Peace. Diese Aktion begann mit öffentlichen Gebeten und Protestgesängen auf den Marktplätzen der Hauptstadt. Die Aktionen dienten als gewaltfreie Protestform der Mütter und Frauen, sie fanden große Akzeptanz in der Bevölkerung und erhielten schon nach kurzer Zeit einen starken Zulauf. Die Teilnehmerinnen zogen sich als gemeinsames Erkennungsmerkmal weiße Kleidungsstücke an - Zeichen der Reinheit und des Friedenswillens.

Die Aktionen richteten sich gegen die chaotischen und brutalen Übergriffe der Kombattanten und prangerten auch die Taylor-Regierung an. Aufsehen erregte auch ihr Aufruf an die liberianischen Frauen zum „Sex-Streik“ – eine moderne Variante des antiken Lysistrata-Themas, wo Männer durch permanenten Sex-Entzug zu einer pazifistischen Politik gezwungen werden. Zwischen Februar 2004 und Oktober 2005 war sie designiertes Mitglied der Kommission für Wahrheit und Versöhnung von Liberia. Von Juni 2006 bis Mai 2007 wurde sie regionale Beraterin des Women Peace and Security Network Africa (WIPSEN-Afrika) und wurde im Juli 2007 zum Executive Director ernannt. Leymah Roberta Gbowee besitzt einen Master-Abschluss der Eastern Mennonite University in Harrisonburg (Virginia).


Vortrag in Mönchengladbach

Auch in Mönchengladbach hielt die heute 40- jährige und Mutter von 6 Kindern einen ihrer vielen Vorträge über ihre Rolle bei der Beendigung des liberianischen Bürgerkriegs und ihr Engagement für die Rechte der Frauen. „Macht euch unbeliebt seid rebellisch“ oder „Wenn ihr tief in euch spürt, dass ihr Recht habt, dann bleibt auch dabei.“ Waren einige Ihrer Appelle, mit denen Sie die Zuhörer in der ausverkauften Kaiser-Friedrich-Halle fesselte. Schon direkt als Auftakt wurde klar, wie verheerend die Probleme auf der Welt sind. „Unsere gemeinsame, reflektierte Reise über den Zustand der Welt wird keine leichte Kost sein.“ Und so war es auch. Sie berichtete über Bürgerkriege, in denen Frauen vergewaltigt, Kinder verstümmelt und Männer abgeschlachtet werden und über ihren damaligen Alltag und wie sie es geschafft hatte von einer ohnmächtigen Frau zu einer kraftvollen Anführerin zu werden.

An diesem Abend lag eine geballte Frauen-Power im Saal der Kaiser-Friedrich-Halle. Denn als Gesprächspartnerin war an diesem Abend die Journalistin und Publizistin Alice Schwarzer zu Gast. Sie selbst bezeichnet sich als Feministin und ist einer der bekanntesten Vertreterinnen der deutschen Frauenbewegung. Alice Schwarzer gelang es im anschließenden Gespräch, Gbowee weitere Details und Facetten zu entlocken. Besonders die Entwicklung von einem kleinen afrikanischen Mädchen das früher von ihrem ersten Mann über Jahre geschlagen wurde, zu einer so starken Frau wurde hier deutlich. In diesem Gespräch zeige sich eindrucksvoll, dass ihr Handeln von ihrem christlichen Glauben und ihrem Zorn der sich gegen die Ungerechtigkeit und die Gewalt richtet gesteuert wird.

Leymah Gbowee während ihres Vortrages

Leymah Gbowee im Interview mit Alice Schwarzer

Eintrag in das Goldene Buch der Stadt mit Oberbürgermeister Norbert Bude und Schirmherr Dr. Albert Otten