Vortrag mit Dr. Venki Ramakrishnan

19. November 2010,
Kaiser-Friedrich-Halle


Schirmherr für den Initiativkreis Mönchengladbach

Dr. Andreas Freisfeld
Inhaber der Freisfeld vorm. Simon GmbH & Co. KG
Persönliches Mitglied im Initiativkreis Mönchengladbach

Dr. Venki Ramakrishnan, Chemienobelpreisträger 2009

In seiner Veranstaltungsreihe „Nobelpreisträger in Mönchengladbach“ begrüßte der Initiativkreis Mönchengladbach den aktuellen Chemie-Nobelpreisträger  Dr. Venki Ramakrishnan. Nachdem der indisch-amerikanische Forscher im Sommer wegen seiner zahlreichen Forschungstermine eine Einladung von US-Präsident Barack Obama ausgeschlagen hatte, war er jetzt aus Cambridge angereist, um in der NRW-exklusiven Reihe vor rund 650 Gästen, darunter zahlreiche Schüler verschiedener Mönchengladbacher Schulen, einen seiner seltenen Vorträge über die Struktur und Funktion des Ribosoms zu halten. Für seine Studien zu diesem Thema war Dr. Venki Ramakrishnan 2009, zusammen mit Thomas A. Steitz und Ada Yonath, der begehrte Chemienobelpreis zugesprochen worden.


Dr. Venki Ramakrishnan faszinierte mit einem Vortrag über Ribosomen

Trotz der Komplexität der Materie gelang es Ramakrishnan sehr überzeugend, seine Arbeit über das Ribosom, das er als „sehr großes Molekül mit vielen Schwachstellen, an denen sich ein Antibiotikum anlegen kann“ zeigte, anschaulich und für das Publikum gut verständlich darzustellen. An Hand von Bildern erinnerte er an Genies wie Keats, Kafka, Orwell, Mozart, Schubert und Chopin, die früh an Infektionskrankheiten gestorben sind. „Auch heute noch sterben Millionen von Menschen an Tuberkulose“, berichtete der Forscher und warnte eindringlich vor dem irrationalen Einsatz von Antibiotika: „Es ist einfach dumm, Antibiotika zu verwenden, wenn man keine braucht. Irgendwann wird es ein Superbakterium geben, das gegen sämtliche Antibiotika resistent ist.“ Im Interview mit Ranga Yogeshwar lieferte Dr. Venki Ramakrishnan auch interessante Aspekte zum Thema gentechnisch veränderter Nahrungsmittel. „In Asien erblinden Millionen von Menschen, weil sie sich ausschließlich von Reis ernähren und dadurch an Vitamin-A-Mangel leiden. Wenn es gelänge, eine Reissorte mit Vitamin A zu entwickeln, könnte man so viel Leid verhindern. Technologie ist nur dann etwas Schlechtes, wenn sie schlecht genutzt wird.“

Dr. Andreas Freisfeld, Schirmherr der Veranstaltung, dankte dem Gast für den spannenden Einblick in ein kosmopolitisches Nobelpreisträgerleben: „Sie haben es geschafft zu zeigen, wie einfach Ihre Vision ist, aber wie schwierig, sie zu realisieren. Wir danken Ihnen, dass Sie diesen Weg für uns alle gehen.“ Als Präsent überreichte er Dr. Venki Ramakrishnan zwei Hemden der Mönchengladbacher Manufaktur van Laack und Manschetten des Juweliers Freisfeld mit einem Motiv vom Museum Abteiberg. Beim abschließenden Empfang beantwortete Dr. Venki Ramakrishnan, der im Mönchengladbacher Hotel Palace St.George untergebracht war, die zahlreichen Fragen interessierter Besucher. „Das ist eine wundervolle Stadt mit wundervollen Menschen“, lobte er. „Ich habe mich hier sehr wohl gefühlt.“

Dr. Venki Ramakrishnan war der 15. Gastredner in der Reihe „Nobelpreisträger in Mönchengladbach“. Die Veranstaltungsreihe des Initiativkreis Mönchengladbach, dessen derzeit 27 Mitglieder sich für die Zukunft und Chancen der Region und des Standortes Mönchengladbach engagieren, wird am 1. Februar 2011 mit dem Nobelpreisträger Muhammad Yunus fortgesetzt.

Dr. Venki Ramakrishnan im Interview mit Ranga Yogeshwar

Musikalisches Vorprogramm: Cellist Thomas Schmitz

Oberbürgermeister Norbert Bude, Dr. Venki Ramakrishnan,
Ranga Yogeshwar und Schirmherr Dr. Andreas Freisfeld
bei dem Eintrag ins Goldene Buch der Stadt Mönchengladbach