Vortrag mit Dr. Robert Ballard

24. Mai 2011,
19.30 Uhr,
Kaiser-Friedrich-Halle


Schirmherr für den Initiativkreis Mönchengladbach

Josef Kaes 
Niederlassungsleiter der Daimler AG Mönchengladbach
Persönliches Mitglied im Initiativkreis Mönchengladbach

Dr. Robert Ballard, Unterwasserarchäologe

In seiner Veranstaltungsreihe „Pioniere der Welt in Mönchengladbach“, die im März 2009 startete, stellt der Initiativkreis Mönchengladbach Menschen vor, die besondere wirtschaftliche, geistige oder sportliche Leistungen vollbracht haben und deren Pionierarbeit für andere Vorbildfunktion trägt. Nach dem Schweizer Dr. Bertrand Piccard, der von seiner Nonstop-Umrundung der Erde im Heißluftballon und seinem neuen Projekt „Solar Impulse“ berichtete und dem Extrem-Bergsteiger Reinhold Messner, der aus seiner Jugend in den Dolomiten, vom Himalaja, dem Nordpol, von Grönland und seinen Bergmuseen erzählte, war jetzt der US-amerikanische Unterwasserarchäologe, Professor für Ozeanographie sowie Gründer und Direktor des Institute for Archaelogical Oceanography an der University of Rhode Island Dr. Robert Ballard in der Kaiser-Friedrich-Halle mit einem Vortrag über seine Forschungsarbeit zu Gast.


Ballard entdeckte das Schiffswrack der Titanic

Berühmt wurde Robert Ballard vor allem durch die Entdeckung zahlreicher Schiffswracks wie der 1912 gesunkenen Titanic, deren Wrack er 1985 fand. In der ausverkauften Kaiser-Friedrich-Halle sprach der 68jährige „Unterwasserforscher“, als der er sich selbst bezeichnet, über Schiffswracks, Meeresforschung und Naturkatastrophen. Rund 750 Zuhörer aller Altersgruppen lauschten gebannt, als Ballard von seiner Jugend erzählte, in der er wie Jules Vernes Kapitän Nemo sein wollte und von seinen biologischen Entdeckungen am Meeresboden wie Riesenwürmern und Riesenschnecken berichtete, deren Anblick auf dem Bildschirm das Publikum faszinierte.

Im Interview stellte der Wissenschaftsjournalist Stefan Schulze-Hausmann, der den Abend moderierte, die Frage, was den US-Forscher all die Jahre angetrieben habe. Mit einem Schmunzeln antwortete der Amerikaner mit deutschen und britischen Vorfahren: „Das ist der Deutsche in mir.“ Als ein Verfechter der Gaia-Hypothese glaubt Robert Ballard fest daran, dass die Erde ein lebender Organismus ist, auf dem noch längst nicht alle Entdeckungen gemacht wurden. „Wir kennen den Meeresboden weniger als den Mars“, erklärte er. In den Meeren sieht er neben einem „vernünftigen Umgang mit der Erde“ den Schlüssel für die Zukunft: „Dort lagern unermessliche Bodenschätze, von dort stammt mehr Sauerstoff als aus allen Regenwäldern.“ Noch sei sehr wenig über die Meere bekannt, aber die Forschung sei auf einem guten Weg. „Die nächsten Generationen“, versicherte er voller Optimismus, „werden noch erstaunliche Entdeckungen machen.“ Schirmherr Josef Kaes dankte dem Gast für den spannenden Einblick in eine Welt, von der noch so wenig bekannt ist und von der ein großer Teil unserer Zukunft abhängen wird. Die Veranstaltungsreihe wird 2012 mit dem Besuch der Verhaltensforscherin Dr. Jane Goodall fortgesetzt.

Dr. Robert Ballard referiert über seine Unterwasserarbeit

Dr. Robert Ballard, Unterwasserarchäologe

Stefan Schulze-Hausmann im Interview mit Dr. Robert Ballard